Crewvertrag

Liebe MitseglerInnen, 

mit Hilfe des Crewvertrags wollen wir euch darauf aufmerksam machen, dass es gewisse Risiken gibt, die mit dem Segelsport zusammenhängen. Außerdem gibt es einige Voraussetzungen für eine sichere Ausübung des Segelsports und für das angenehme Zusammenleben an Bord der Yacht, die unbedingt zu beachten sind.

Mit eurer Buchung erklärt ihr euch mit dem Crewvertrag einverstanden. Bitte lest die folgenden Punkte aufmerksam durch. Am ersten Törntag wird der Vertrag von allen Crewmitgliedern unterschrieben. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wird im Folgenden auf die Verwendung der weiblichen Form verzichtet.


Alle Teilnehmer erklären, dass sie über eine Krankenversicherung verfügen, die im jeweiligen Reiseland und beim Segelsport Gültigkeit besitzt (bitte erkundigt euch vor Reiseantritt bei eurer Krankenversicherung, ob der Versicherungsschutz beim Segeln gegeben ist). Weiterhin versichern die Teilnehmer, mindestens 20 Minuten frei schwimmen zu können und dass für die Teilnahme am Segelsport keine körperlich-medizinischen Bedenken, bzw. Einschränkungen vorliegen. Bei Vorliegen einer Krankheit/Einschränkung ist die Teilnahme im Vorhinein mit dem Hausarzt zu besprechen. Bei Zweifeln an der Segeltauglichkeit ist der Veranstalter Wittmerart GmBH (MediaTrekker) vor der Buchung zu benachrichtigen. In jedem Fall ist der Skipper zu Beginn des Segeltörns über relevante Krankheiten (z.B. Diabetes) zu informieren und etwaige Hilfsmassnahmen sollten erläutert werden.

Die Teilnahme an diesem Törn und allen mit dem Törn zusammenhängenden Aktionen (z.B. Landausflüge) erfolgt auf eigenes Risiko. Alle Mitsegler werden vor dem Törn in das allgemeine Verhalten an Bord und die Sicherheitsausrüstung eingewiesen. Jeder ist für sich selbst verantwortlich und hat für seine Person die jeweils erforderlichen Sicherheitsmassnahmen zu treffen, und zwar sowohl an Bord (z.B. Anlegen der Rettungsweste, persönliche Sicherung an Deck), im Wasser (z.B. Schwimmen, Dinghi fahren, Schnorcheln), als auch am Land (z.B. Klippen springen, Roller/Fahrrad fahren).

Für den Fall, dass der Segeltörn mit einer anderen Sportart kombiniert wird, weisen wir explizit darauf hin, dass diese Aktivitäten nur auf eigene Verantwortung erfolgen. Der Veranstalter Wittmerart GmbH übernimmt bei diesen Aktivitäten keinerlei Anleitung oder Aufsicht. Der Skipper kann an diesen Unternehmungen teilnehmen, kann Ratschläge geben, ist aber nicht als Übungsleiter an diesen Aktivitäten beteiligt.

Für die aus dem Segeltörn resultierende Kosten für Verpflegung, Kraftstoff und andere laufende Geld- und Sachleistungen wird eine Bordkasse eingerichtet. Sie wird von den Mitseglern zu gleichen Teilen getragen. Wie es alter Seemannsbrauch ist, ist der Skipper an der Bordkasse nicht beteiligt. Die exakte Höhe der Bordkasse variiert von Crew zu Crew und kann u.a. dadurch höher ausfallen, dass gemeinsame Aktivitäten, wie etwa Landausflüge, daraus beglichen werden.

Alle Mitglieder der Crew samt Skipper tragen für das Leben an Bord gemeinschaftlich Sorge. Segeln ist ein Gruppensport, der die Aufmerksamkeit jedes Einzelnen für seine Mitsegler verlangt. Jeder Mitsegler achtet selbst auf seine persönliche Sicherheit und trägt bei Bedarf oder nach Anweisung des Skippers eine Rettungsweste und einen Lifebelt.

Es gibt kein generelles Alkoholverbot. Jeder Teilnehmer hat seine subjektive Grenze zu beachten und keine Gefahr für sich oder andere zu schaffen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass sich Wetterbedingungen sehr kurzfristig ändern können. Jedes Crewmitglied muss stets damit rechnen, dass beispielsweise der Ankerplatz in einer Bucht verlassen werden muss, auch nachts.

In Ausnahmefällen kann der Skipper den Alkoholkonsum an Bord untersagen.

WICHTIGER HINWEIS: Schäden (Sach- und/oder Personenschäden), die ein Crewmitglied einem anderen Crewmitglied oder dem Skipper zufügt, sind in der Regel nicht über die private Haftpflichtversicherung abgesichert, da es sich beim Segelsport um eine sog. „gefahrgeneigte Sportart“ handelt und eine Haftung in diesem Zusammenhang oftmals von den Versicherungsgesellschaften ausgeschlossen wird. Wir empfehlen daher vorher bei der eigenen Versicherung nachzufragen, ob ein solcher Ausschluss besteht. Sollte das der Fall sein, besteht die Möglichkeit eine sog. Kojenversicherung abzuschließen, welche diese Schäden im Ernstfall reguliert (z.B.: bei der Firma Yacht-Pool).

Sollten private Gegenstände eines Crewmitgliedes/des Skippers von einem anderen Crewmitglied zerstört oder kaputt gemacht werden, so haftet der Verursacher für diesen Schaden selber (in diesem Zusammenhang wird noch einmal auf den obigen Hinweis verwiesen).

Der Skipper übernimmt ausschliesslich die Aufgabe der Schiffsführung, entsprechend der gebotenen seemännischen Umsicht und die seefahrerische Betreuung der Mitsegler.

An Bord ist seinen Anweisungen Folge zu leisten. Er leitet die segeltechnischen Aktivitäten der Mitsegler und vermittelt seemännische Kenntnisse. Dementsprechend kann und soll der Skipper einzelne Mitsegler mit exakt eingegrenzten seemännischen Aufgaben betrauen. Aus diesem Verhalten des Skippers allein kann keine grobe Fahrlässigkeit abgeleitet werden, soweit diese Aufgaben erklärt worden sind und den Mitseglern zugemutet werden können. Zu Beginn des Törns wird ein Mitsegler als Co-Skipper bestimmt, der bei Ausfall des Skippers (Entscheidungsunfähigkeit oder ungewollte Abwesenheit von Bord) seine Rechte und Pflichten übernimmt.

Die gesamte Crew hat dafür Sorge zu tragen, dass die Yacht während des Törns in einwandfreiem Zustand bleibt, bzw. bei Schäden sofort, spätestens vor Ende des Törns und vor Abgabe des Bootes, in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt wird. Nur so findet die nächste Crew die Yacht wieder einwandfrei vor.

Die Crew haftet als Nutzer der Yacht gemeinschaftlich für den Betrieb und das Bewohnen der Yacht. Die Yacht ist seitens des Vercharterers landesüblich haftpflicht- und vollkaskoversichert.

Die von der Wittmerart GmbH hinterlegte Kaution enthält eine Selbstbeteiligung der Crew in Höhe von 250,00 €. Diese Selbstbeteiligung wird gemeinschaftlich über die Bordkasse abgerechnet.

Bei Schäden, welche nicht durch grobe Fährlässigkeit oder Vorsatz herbeigeführt worden sind, ist die Haftungssumme auf die Selbstbeteiligung begrenzt. Zu grober Fahrlässigkeit und Vorsatz siehe Punkt 8 dieses Vertrages.

Der Skipper ist dazu verpflichtet, die Bootsübergabe nach dem Segeltörn (das sog. Check-Out) durchzuführen und die Korrektheit mit seiner Unterschrift am Ende des Übergabeprotokolls zu bestätigen. Der Skipper sollte das Check-Out möglichst durchführen, wenn alle Teilnehmer noch auf dem Boot anwesend sind. So können eventuelle Kautionsschäden aus der gemeinschaftlichen Bordkasse beglichen werden.

WICHTIGER HINWEIS: Falls ein Teilnehmer vor dem Check-Out abreisen muss (z.B. wegen Flugzeit), erklärt er sich damit einverstanden, dass auch bei optisch einwandfreiem Bootszustand eventuelle Schäden bei dem Check-Out aufgedeckt werden können und von der Crew ausgeglichen werden müssen. In einem solchen Fall wird der Schadenausgleich nach dem Törn per Überweisung unter der Crew geregelt.

Die oben genannten Haftungsregelungen (der Crew untereinander, des Skippers, bei Yachtschäden, Dritt- und Folgeschäden) betreffen die alltäglichen Risiken des Segelsports und sind Voraussetzung für eine unbeschwerte Teilnahme an dem Sport. Die genannten Regelungen gelten nicht, wenn grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorliegen. Für solche Schäden haftet der Verursacher persönlich.

Die Crew haftet gesamtschuldnerisch (also jeweils zu gleichen Teilen) für das Dingi und den Aussenbordmotor im Falle des Totalverlustes. Wir weisen darauf hin, dass die Dingis / Aussenbordmotoren entweder zu sichern, oder nicht unbeaufsichtigt gelassen werden dürfen.

Alle Teilnehmer verpflichten sich, die geltenden Gesetze des jeweiligen Reiselandes zu befolgen. Verstösse gegen geltende Gesetze erfolgen auf eigene Verantwortung.

Es gilt das Schweizer Recht.

Sollten Teile dieser Vereinbarung ungültig oder undurchführbar sein oder werden, bleiben die anderen Teile wirksam. Unwirksame Teile sollen gemäss dem Sinn und Zweck dieser Vereinbarung geregelt werden.